Wir sind wieder da – und ein Band, das nicht hält, was es verspricht
Hey Leute,
ich war sehr lange fast nicht mehr da. Es gab Dinge im Leben, die meine absolute und uneingeschränkte Aufmerksamkeit gebraucht haben. Mehr muss ich dazu nicht sagen.
Jetzt ist es vorbei. Ich schiebe den Staub und die Scherben beiseite und sage: Wir sind wieder da.
Mit einem komplett neuen Shop, mit neuer, selbst entwickelter Hardware in der Pipeline und mit neuen Bändern, die gerade entstehen. Und mit einem gescheiterten Versuch, den ich Euch nicht verschweigen will.

Ein neues Band – und warum es nicht in den Verkauf kommt
Wir wollten ein neues Band rausbringen: 20 mm breit, eine Mischung aus Polyester und Dyneema (UHMWPE), bestellt mit einer Bruchlast von 30 kN. Die Muster sahen vielversprechend aus. Dann kam die Serienproduktion, und die hat leider nicht gehalten, was die Muster versprochen haben.
Auf der Reißmaschine war bei 14,57 kN Schluss. Das ist weniger als die Hälfte der bestellten Bruchlast.

Warum eine Mischung schwächer sein kann als jedes Material allein
Auf dem Papier klingt eine Mischung aus Polyester und Dyneema nach dem Besten aus beiden Welten: Dyneema ist extrem fest und leicht, Polyester robust und UV-beständig. In der Praxis kann genau das Gegenteil passieren.
Meine Vermutung: Dyneema dehnt sich bis zum Bruch kaum, nur um etwa 3 bis 4 Prozent. Polyester schafft 12 bis 15 Prozent. Wenn beide Fasern im selben Band stecken, trägt unter Zug zuerst fast ausschließlich das Dyneema die Last. Es erreicht seine Grenze und reißt, bevor das Polyester überhaupt richtig mitzieht. Danach muss das Polyester allein weitermachen, und das ist für diese Last nicht ausgelegt.
Die Fasern geben also nacheinander auf statt gemeinsam. Im Diagramm sieht man das an den kleinen Einbrüchen bei etwa 8,5 und 10 kN, lange vor dem eigentlichen Bruch. Das sind sehr wahrscheinlich Fasergruppen, die vorzeitig nachgeben.

Wer mehr darüber wissen will, wie sich Materialien bei Slacklines verhalten, findet die Grundlagen in unseren Ratgebern PES vs. Nylon und Materialkunde.
So machen wir das seit 2005
Als Slackline-Band kommt dieses Band bei uns nicht in den Verkauf. Was nicht hält, was es verspricht, geht nicht raus.
Jedes Band, das wir anbieten, prüfen wir selbst, auf unserer eigenen Reißmaschine und bei Bedarf in einem unabhängigen Prüflabor. Das gilt für unsere Slackline-Bänder genauso wie für jede vernähte Schlaufe, die bei uns die Werkstatt verlässt.
Was wird aus dem Band?
Jetzt liegt es hier, eine ganze Menge davon, und es sieht verdammt gut aus. In die Tonne werfe ich es nicht. Und da kommt Ihr ins Spiel:
Was würdet Ihr mit einem 20-mm-Band machen, das 15 kN hält?
Abspannleinen fürs Zelt, Zurrgurte, Hundeleinen, Taschengurte, Schlüsselbänder, irgendwas für Euren Verein, oder eine Idee, auf die ich noch gar nicht gekommen bin? Schreibt es uns auf Facebook in die Kommentare oder per Mail. Jeder Vorschlag ist willkommen, auch die verrückten. Für die drei besten Ideen gibt's ein Stück davon geschenkt.
Was als Nächstes kommt
Der neue Shop steht. Neue Hardware, die wir selbst entwickelt haben, ist in Arbeit, und neue Bänder entstehen gerade. Bis es so weit ist, findet Ihr unser aktuelles Sortiment im Shop. Und wenn Ihr Fragen habt, schreibt uns einfach.
Bis bald auf der Line.
Michael